Fotografin: Carolin Friese

Interview mit Frau Michaela Baur

Frau Baur, zunächst vielen Dank für Ihre Rezeptentwicklungen.
Sie sind Diplom-Ökotrophologin und Buchau­torin, haben Kochbücher veröf­fentlicht und zusammen mit Herrn Kast den Spiegel-Best­seller „DER ERNÄHRUNGSKOMPASS — DAS KOCHBUCH“ herausgebracht.

Als Ökotrophologin befassen Sie sich mit Aufbau und Zusam­mensetzung von Nahrungsmitteln und kennen deren Auswirkungen auf den men­schlichen Körper. Was hat Sie bewogen, sich mit Essen­srezepten und Kochbüchern zu befassen? 

Das ist für mich nahe­liegend, denn als Genießerin liebe ich gutes Essen und Kochen. Abge­sehen davon kann man sich dauerhaft nicht gut ernähren, ohne auch selbst zu kochen.

Ich habe immer gerne für Gäste gekocht und liebe es immer wieder Neues in der Küche auszuprobieren.

Seit ich 2017 meine Lei­den­schaft zum Beruf gemacht habe, koche ich nicht nur für Kunden und deren Gäste, sondern besonders gerne auch mit Teams und Gruppen.

Von dieser Erfahrung prof­i­tieren auch meine Kochbücher, zuletzt das Kochbuch zum Best­seller „Der Ernährungskompass“ von Bas Kast.

Um den Titel des Best­sellers „Der ERNÄHRUNGSKOMPASS — DAS KOCHBUCH“ aufzu­greifen. Ein Kompass dient zur Bes­timmung einer Richtung. Was dürfen wir unter einem Ernährungskompass verstehen? 

Im Ernährungskompass sind alle aktuellen wis­senschaftlichen Erken­nt­nisse basierend auf der Auswertung unzäh­liger Studien zum Thema Ernährung und deren Auswirkung auf die kör­per­liche Gesundheit des Men­schen zusam­menge­fasst. Im Kochbuch haben wir diese Erken­nt­nisse in ein­fache und schmack­hafte Rezepte umgesetzt.

Mit Ihren Kochbüchern geben Sie Anleitungen, um bes­timmte Gerichte herzustellen. Inwieweit spielt die Gesundheit eine Rolle? 

Besonders in meinem letzten Kochbuch, „Der ERNÄHRUNGSKOMPASS — DAS KOCHBUCH“, habe ich auss­chließlich Zutaten für die Rezepte ver­wendet, die sich positiv oder neutral auf den Körper auswirken.

Was unter­scheidet eine gesunde von einer unge­sunden Ernährung? 

Eine gesunde Ernährung setzt sich haupt­sächlich aus Lebens­mitteln zusammen, die eine entzün­dung­shem­mende und antiox­idative Wirkung haben und so vor vielen Alter­sleiden, wie Dia­betes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schützen kann.

Eine unge­sunde Ernährung dagegen besteht zu einem großen Anteil aus (stark) ver­ar­beiteten Lebens­mitteln, Fer­tig­gerichten, Fleisch und Süßem.

Mit welchen Regeln würden Sie eine gesunde und aus­ge­wogene Ernährung auf den Punkt bringen? 

Essen Sie haupt­sächlich naturbe­lassenes, pflan­zliches Essen!
Also viel Gemüse, pflan­zliche Eiweiße wie z. B. Hülsen­früchte oder Quinoa sowie pflan­zliche Fette, wie z. B. pflan­zliche Öle, Nüsse und Samen.

Wenn Sie dann noch Vol­lko­rn­pro­dukte bevorzugen und auch immer mal wieder Fisch auf den Tisch bringen, tun Sie Ihrem Körper schon sehr viel Gutes.

Ist es schwierig, sich gesund zu ernähren? 

Eigentlich nicht. Ver­mutlich muss man die ein oder andere Essens­ge­wohnheit verändern und vielleicht auch mal etwas Neues ausprobieren.

Vergessen Sie dabei aber nie das Genießen, denn das seel­ische Wohlbefinden ist ebenso wichtig für die Gesundheit.

Um auf Ihre vorgeschla­genen Rezepte zurück­zukommen. Welche Kri­terien waren für Sie wichtig? 

Die Gerichte sollen lecker schmecken und uns lange Energie geben.

Dabei haben die Qualität und die Auswahl des Essens, das wir zu uns nehmen, einen großen Ein­fluss auf unsere Leis­tungs- und Konzen­tra­tions­fähigkeit. Deshalb habe ich bei der Auswahl der sechs Gerichte für nexxDeli darauf geachtet, damit die Zutaten den Blutzuck­er­spiegel nur langsam ansteigen lassen und man nach dem Verzehr kein Leis­tungstief zu befürchten hat.

Salat mit Avocado

nexxDeli® möchte seinen Kund/innen mit seiner mobilen Kuli­narik gesunde und aus­ge­wogene Pausen­gerichte anbieten. Neben Müsli, Obst und belegten Bio-Brötchen zum Früh­stück, denken wir an Salate, Bowls, Wraps und Suppen. Sie haben uns Rezepte für Bowls und Suppen vorgeschlagen. Lassen Sie uns einige Vorschläge auf­greifen. Weshalb haben Sie sich für die Quinoa-Bowl entschieden? 

Generell sind Bowls abwech­slungsreich, lecker und gesund.

Bowls enthalten viel Gemüse, was die Gerichte nicht nur bunt und abwech­slungsreich macht, sondern auch mit seinen antiox­ida­tiven Inhaltsstoffen das Immun­system stärkt.

Zusät­zlich ver­meiden die Bal­last­stoffe im Gemüse und in der Quinoa einen raschen Anstieg und anschließenden Abfall des Insulin­spiegels, was Heißhunger­at­taken vor­beugt. Zudem ist Quinoa glutenfrei und für die meisten Men­schen gut verdaulich.

Darüber hinaus liefern Quinoa und auch der Käse in dieser Bowl wertvolle Eiweiße und sorgen für eine gute Sättigung.

Quinoa-Bowl

Das Angebot erfasst auch einen Beluga-Linsensalat 

Bei diesem schmack­haften Salat sorgen die Bel­u­galinsen für eine gute Ver­sorgung mit hochw­er­tigem pflan­zlichem Eiweiß und für ein lan­gan­hal­tendes Sättigungsgefühl.

Knackige Paprikaschoten und frische Kräuter bringen eine ordentliche Portion Vitamin C in den Salat.

Mediterraner Belugalinsensalat mit Feta

Wir wollen nicht auf alle Vorschläge im Einzelnen eingehen. Die Teriyaki-Bowl sollte eine Möglichkeit sein. 

Besonders „umami“ (schmackhaft) ist diese asi­atische Bowl.

Tofu, Edamame und Pilze sorgen für eine Extra­portion Eiweiß.
Gemüse und pflan­zliche Fette aus Sesamöl und Son­nen­blu­menöl machen sie noch wertvoller.

Die frische Schärfe des Ingwers und die Würzigkeit der Sojasoße runden diese Bowl ab.

Teriyaki-Bowl

Um Ihren Sup­pen­vorschlag aufzu­greifen. Warum sollten wir Suppen ins Sor­timent aufnehmen? 

Suppen sind unkom­pliziert und wärmend.
Ganz nebenbei enthalten sie meist viel Gemüse und wenig Fett. Ein per­fektes Mit­tagessen, das leicht ist und nicht ansetzt.

Sie empfehlen unter anderem eine cremige Möhren-Kurkuma-Suppe. 

Diese intensiv orange­farbene Suppe ist nicht nur kalo­rienarm, sondern stärkt das Immun­system mit vielen natür­lichen Caroti­noiden, die den Möhren ihre Farbe verleihen.

Aber auch die goldgelbe Farbe, die Kurku­mi­noide, aus der Kurku­mawurzel unter­stützen die anti-entzündliche Wirkung im Körper.

Cremige Möhren-Kurkumasuppe

Welchen Rat würden Sie uns allen abschließend mit auf den Weg geben, um sich gerade auch am Arbeit­splatz gesund zu ernähren? 

In der Mit­tagspause sollte man Ausschau halten nach Speisen mit viel Gemüse, Eiweiß und bal­last­stof­fre­ichen Kohlen­hy­draten, anstatt bei Fer­tig­gerichten oder fett- und kohlen­hy­dra­tre­ichen Speisen zuzu­greifen. Also lieber ein Gemüse­curry oder einen Fisch mit Gemüse als ein Schnitzel mit Pommes oder eine Pizza.

Wenn einem bei der Arbeit zwis­chen­durch der kleine (Heiß-) Hunger überkommt, dann sollte man lieber zu Nüssen, (getrock­neten) Früchten oder auch zu Schokolade mit einem hohen Kakao­gehalt (min­destens 75%) greifen statt zu Schoko­riegeln oder Gummibärchen.

Kichererbsen-Curry mit Karotten

Neugierig? DeliMobile in Deiner Nähe.